17.01.2024
|
Anschläge: 16.010
|
Bilder: 14
für Fachmedien

Viel Liebe zum Detail

Objektreportage Loft 1728 in Lindau

Inmitten der Altstadt von Lindau wurde das denkmalgeschützte Dachgeschoss eines historischen Kaufmannshauses zu einem Loft mit drei offen gehaltenen Ebenen ausgebaut. Die als Ferienwohnung genutzte Wohnung ist bei Touristen nicht allein wegen der zentralen Lage begehrt – sowohl die alten Balken und Sparren als auch das ökologische Lehmputz-Trockenbausystem mit integrierter Deckenheizung von Naturbo sorgen für ein wohnliches Ambiente mit ganzjährig angenehmem Raumklima.

©naturbo

Was auf der Insel Mainau die Blumen, sind auf der Insel Lindau die Stadthäuser: Zahlreiche schmucke Bürger- und Handwerkerhäuser mit Laubengängen, Krangauben, Erkern und geschnitzten Fenstersäulen säumen die Straßen der Altstadt, nicht nur entlang der breiten Maximilianstraße. Auch in den davon abgehenden Gassen lehnen sich die zumeist drei- bis viergeschossigen Wohn- und Geschäftshäuser aneinander, aufgereiht wie die Perlen einer Halskette – eine schöner und pittoresker als die andere. 

Ein historisches Kaufmannshaus, das es „in sich“ hat!

Ein ganz besonderes bauliches Juwel findet sich nur einen Steinwurf vom Marktplatz entfernt in der Cramergasse 9. Das stattliche, dreigeschossige Kaufmannshaus mit seinen beiden Portalbögen aus Naturstein und beeindruckendem hölzernen Sprengwerk unterm Dach, beeindruckt: Das um 1728 erbaute Haus hat es wortwörtlich „in sich“! Gemeint ist damit der riesige Dachraum, in dem sich die Ferienwohnung „Loft 1728“ über weitere drei Ebenen erstreckt. 

Urlaub im Loft auf drei Etagen

Hier über den drei Normalgeschossen zu wohnen ist wahrlich etwas Besonderes – nicht nur der uralten Balken wegen, aus denen sich die gewaltige Dachkonstruktion samt Sparren zusammensetzt. Aufgrund der offenen Struktur mit Galerien über alle drei Wohnebenen hinweg ist das große Dachtragwerk für die Feriengäste stets präsent. Somit erlaubt das Loft einerseits interne, vertikale Blickbezüge, andererseits gewähren die kleine Loggia in der Krangaube und das zweiteilige Schiebedachfenster wunderschöne Ausblicke auf den Innenhof und den nahen Bodensee. Bruchsteinmauerwerk schafft zu den glatten, naturweiß verputzten Wänden einen spannungsvollen Kontrast und zugleich eine warme, gemütliche Atmosphäre.

Lehmputz-Trockenbausystem mit integrierter Deckenheizung/-kühlung

Hinzu kommt das angenehme Raumklima, welches auf die spezielle Kombination aus Holzweichfaserplatten und den darauf applizierten Lehmputz zurückgeht. Die Verbundplatten mit integrierter Deckenheizung bekleiden als ökologisches Lehmputz-Trockenbausystem „naturbo therm“ die Dachunterseiten oberhalb der alten Sparren. Der Clou: Die werkseitig von Naturbo komplett vorgefertigten Trockenbauelemente inklusive eingelegter Rohrleitungen können das riesige Dachvolumen nicht nur angenehm über das Strahlungsprinzip erwärmen, sondern es an heißen Sommertagen und -nächten nach dem gleichen Prinzip auch kühlen. Die zehn Millimeter dicke Lehmschicht auf den Trägerplatten aus Holzweichfaser gewährleistet dabei ein souveränes Feuchtemanagement, falls beim Kühlen doch etwas Kondensat entsteht. Der Lehmputz nimmt die Feuchtigkeit auf und verteilt diese sofort gleichmäßig in seiner gesamten Masse. Mit Zeitverzögerung lässt das Material später die Feuchtigkeit wieder zurück in den Raum verdunsten. Das Loft 1728 veranschaulicht dabei eindrücklich, dass dies auch in Regionen mit hoher Luftfeuchtigkeit im Sommer sehr gut funktioniert, denn die Luftfeuchtigkeit auf der Insel Lindau ist aufgrund des umgebenden Bodensees stets überdurchschnittlich hoch. Wer das alles nicht weiß, spürt lediglich das angenehme Raumklima und fragt sich, woher die Wärme respektive Kühle wohl kommt. Kein Radiator, keine Klimaanlage stört dieses liebevoll und detailreich gestaltete Loft – alles wirkt wie aus einem Guss. Modern und doch originär.

Gut Ding will Weile haben

Dabei glich der Weg von der ersten Idee bis zur Fertigstellung des Lofts einem Hürdenlauf, der einen langen Atem und viel Engagement sowohl von Seiten des Architekten Wolfgang Nägele als auch der Bauherrin Margret Brams erforderte. Da die gesamte Altstadt Lindaus unter Denkmalschutz steht, fiel auch das alte Dachsprengwerk innenseitig unter das Diktat des absoluten Erhalts. Wofür das Denkmalamt die Konservierung – sprich eine komplette unterseitige Bekleidung – der Balken- und Sparrenlage als favorisierte Lösung ins Feld führte. Diese präferierten jedoch weder Bauherrin noch Architekt – für beide war die Sichtbarkeit der alten Balken wesentlicher Charakter für das geplante Ferienloft. Es erforderte viel Überzeugungsarbeit und Hartnäckigkeit, die Behörde von deren Konservierungskonzept abzubringen und die historischen Hölzer stattdessen zum Raum hin sichtbar zu belassen. Auch für das Dachschiebefenster und die Loggia in der Krangaube – zugleich 2. Rettungsweg – erteilte die Denkmalschutzbehörde schlussendlich ihren Segen.

Durchdachtes Konzept auf allen Ebenen

Der konstruktive Dachaufbau – über den historischen Sparren liegt eine komplett neu eingebrachte, zweite konstruktive Ebene aus freitragenden, 20 cm hohen und im Zwischenraum ausgedämmten Sparren – war ebenso herausfordernd wie das kompromissgeneigte Ausnivellieren des bis zu 15 cm schrägen Bodens. Dagegen war das Einbringen der rund 250 m2 Lehmbauplatten ein Kinderspiel. Da die neue Sparrenebene und damit auch die unterseitige Bekleidung frei über den alten Sparren liegen, konnte die Unterseite durchgehend mit dem Trockenbausystem von Naturbo beplankt werden, ohne aufwändige Stückelei zwischen dem Dachsprengwerk und den krummen Sparren.  Ohnehin gilt es unter erfahrenen Zimmerleuten und Trockenbauern als ausgemacht, dass die Montage der Lehmbauplatten von Naturbo ähnlich wie Gipskartonplatten einfach, schnell und ohne Spezialwerkzeug erfolgt. Auch der Anschluss an die zentrale Heizanlage – im Fall des Loft 1728 eine Gastherme mit Kühlaggregat – geht mittels Pressverbindungen unkompliziert vonstatten. Da die Übertragung der Wärme und die Kühlung nicht durch Luftumwälzung, sondern über Strahlung erfolgt – ganz so, als würde man sich an einem schönen Wintertag auf dem Berg im Schnee sonnen – kann die Raumlufttemperatur bei subjektiv gleich empfundener Wärme um bis zu 3 °C gesenkt werden, was zu einer Heizkostenreduktion von bis zu 18 % führt. Umgekehrt muss das Wasser im Kühlfall entsprechend weniger heruntergekühlt werden.

Wandheizung

Die naturbo therm Wandheizung ist das erste und einzige Komplettsystem auf Basis einer Holzweichfaser-Trägerplatte mit Lehmputz zum Anschluss an eine zentrale Heizanlage. Dabei sorgt die Holzweichfaserplatte für eine integrierte Wärmedämmung zur Rohbauwand bzw. Rohdecke. Auf diese Weise wird die Wärmeenergie ohne Streuverluste konzentriert in den Raum gelenkt. Hohe Flexibilität, einfache Montage, gesundes Raumklima und eine kostensparende Energiebilanz sind weitere wichtige Eigenschaften des naturbo-Systems. Das Heizungsrohr der naturbo therm Wandheizung liegt nur wenige Millimeter unter der Oberfläche des Lehmputzes und ist fast rundum von Lehmputz umgeben. Dieser nimmt die Wärme schnell auf und strahlt sie gleichmäßig wieder in den Raum ab. Wärmeabgabe nach dem Infrarot-Strahlungsprinzip wirkt nicht nur wohltuend und gemütlich, sie ist zudem gesund und stressmindernd.

Details zur naturbo therm Wandheizung

Die Vorteile der naturbo therm Wandheizung auf einen Blick:
– Energieersparnis
– schnelle Reaktionszeit
– Baukastensystem
– gesundes Raumklima

  • Verwendete naturbo therm Komponenten beim Loft 1728 in Lindau: 45 m2 naturbo clima (Lehmbauplatte ohne Heizung im Basissystem)
    Aufbau:
    – 3 mm Lehmputz auf Rückseite mit Glasgewebe zur Armierung
    – 17 mm Holzweichfaserplatte (DIN EN 13986)
    – 10 mm Lehmputz auf Vorderseite mit Glasgewebe zur Armierung
  • 210 m2 therm30 (Basissystem mit integrierten Heizplatten) 
    Aufbau:
    – 3 mm Lehmputz auf Rückseite mit Glasgewebe zur Armierung
    – 17 mm Holzweichfaserplatte (DIN EN 13986) 
    – 10 mm Lehmputz auf Vorderseite mit Glasgewebe zur Armierung
    – Mehrschichtverbundrohr 11,6 mm, das in die Lehmputzschicht auf der Vorderseite komplett eingelassen und zu ca. 97 % mit Lehmputz umgeben ist.
  • Oberflächenfinish aus Lehmputz mit 0,5 mm Körnung und Lehmstreichputz
    Eigenschaften / Zusammensetzung:
    feinkörniger Lehmstreichputz für innen in der Farbe Naturweiß. Er ist festkörperreich, elastisch, atmungsaktiv und sehr gut abtönbar mit naturbo Farbpigmenten. Bestehend aus dem natürlichen Rohstoff Porzellanerde (weißer Lehm, Kreide, feinste Marmormehle und Marmorsande, Pflanzenstärke, Methylcellulose) in 0,5 mm Körnung.
©Magret Brams / Wolfgang Nägele

Historische Ansichtszeichnung des Kaufmannshauses in der Cramergasse 9 in der Altstadt von Lindau.

©Magret Brams / Wolfgang Nägele

Die historische Schnittzeichnung zeigt die drei Ebenen im Dachgeschoss, die zu einem Loft ausgebaut wurden.

©naturbo

Ansicht des Gebäudes vom Innenhof mit der Krangaube, die zur Loggia umgebaut wurde. 

©naturbo

Splitbild Bauphase / Fertigstellung: Wohnbereich mit Kranengaube. Die Unterseite des Daches ist mit dem Lehmputz-Trockenbausystem mit integrierter Deckenheizung von Naturbo verkleidet.

©naturbo

Splitbild Bauphase / Fertigstellung: Bei genauerem Hinsehen ist zu erkennen, dass die Bekleidung der Dachunterseite mit den naturbo therm Komponenten oberhalb des historischen Gebälks durchlaufend montiert werden konnte. Es verblieb ein kleiner Spalt zwischen Verkleidung und den alten Sparren. 

Splitbild Bauphase / Fertigstellung: Bis unter den First wurde die Dachunterseite des Lofts mit dem Lehmputz-Trockenbausystem von Naturbo verkleidet. 

©naturbo

Die Ferienwohnung ist bei Touristen sehr begehrt – sowohl wegen der zentralen Lage, als auch auch aufgrund der gemütlichen Atmosphäre und des sehr guten Raumklimas, das auf die Lehmbauplatten zurückgeht. 

©naturbo

Die Bauherrin hatte in nächtelanger Eigenleistung jeden einzelnen Balken von Hand gesäubert und angeschliffen. Die Mühe hat sich gelohnt. 

©naturbo

Das Loft bietet über alle drei Wohnebenen vertikale Blickbezüge. Bis zu zehn Personen können hier übernachten. 

©naturbo

Die Kontraste aus altem Gebälk, Bruchsteinmauerwerk, warmen Holzböden und glatten Lehmputzoberflächen verleihen dem Loft einen besonderen Charme. 

©naturbo

Von der Ebene unterm First gewährt das zweiflügelige Dach-Schiebefenster über die Dächer der Altstadt hinweg den Ausblick zum Bodensee. 

©naturbo

Bleibt bei jedem Mieter in Erinnerung: Das ganzjährig angenehme Raumklima dank Lehmputz und Strahlungsheizung bzw. -kühlung auf allen drei Ebenen des Lofts. 

©naturbo

Die Loggia in der Krangaube, mit Blick zum Innenhof. 

Liebe zum Detail auch im Bad: Das historische Fenster wurde nicht entsorgt, sondern zu einem Badspiegel mit Flair umgenutzt.