27.04.2026
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Energieverbrauch runter, Behaglichkeit rauf


Das unter Denkmalschutz stehende Wohnhaus aus dem Jahr 1893 mit einer Außendämmung zu versehen, kam für Eigentümer und Denkmalpflegeamt nicht infrage. Stattdessen wurde eine Lösung mit Innendämmung aus naturbo Lehmbauplatten mit integrierter Wandheizung realisiert. Das Ergebnis überzeugt: ein reduzierter Energieverbrauch bei gleichzeitig gesteigerter thermischer Behaglichkeit.

Wunderschön in Hülben am Nordrand der schwäbischen Alb gelegen, war dem dreistöckigen Wohngebäude von Ende des 19. Jahrhunderts sein Alter deutlich anzumerken. Besonders die Außenwände, in der Nordhälfte des Erdgeschosses aus 25cm-Ziegelmauerwerk erbaut, in der Südhälfte sowie in den oberen Geschossen aus 16 cm-Fachwerk, ließen energetisch erheblich zu wünschen übrig. Neben der Ertüchtigung der Gebäudehülle stellte sich die Frage nach dem zukünftigen Heizsystem. Vorhandene Öl- und Nachtspeicheröfen sollten ersetzt werden. 

Bewährtes Dämmkonzept

Die Dämmung der Fassade von außen schloss die Denkmalschutzbehörde aus. Für Bauleiter Klaus-Wolfram Dreisbach kein Problem, bezeichnet er sich selbst doch als regelrechten Fan von Innendämmung. Bereits bei einem früheren Sanierungsprojekt hatte er Lehmbauplatten von naturbo eingesetzt und sehr gute Erfahrungen gemacht. „Durch die Dämmwirkung der Platten wird die innenseitige Oberflächentemperatur der Außenwände erhöht, was die Behaglichkeit in den Räumen erheblich verbessert“, sagt er. „Temporär auftretende Feuchtigkeit wird vom Lehmputz absorbiert und zeitverzögert wieder an die Raumluft abgegeben. Damit gehören Schimmelprobleme der Vergangenheit an.“ 

Wandheizung als Mittel der Wahl

Naheliegend also, dass auch bei dem Gebäude in Hülben Produkte aus dem naturbo Lehmbauplattensystem zum Einsatz kommen sollten. Die Wahl fiel diesmal auf naturbo Klima-Dämmplatten – Lehmbauplatten mit Innendämmung und der zusätzlichen Möglichkeit zum Heizen und Kühlen, dank integrierten Wasserrohren. So konnte man auch den Wunsch der Bauherrschaft erfüllen, auf konventionelle Heizkörper zu verzichten. Diese hätte sie in den kleinen Innenräumen als optisch störend empfunden. 

Die 30 mm-starken Klima-Dämmplatten bestehen aus einem Kern aus Holzweichfasern, der rückseitig mit 3 mm Lehmputz und vorderseitig mit 10 mm Lehmputz versehen ist. In die vorderseitige Lehmschicht ist das vom Heizungswasser durchflossene Mehrschichtverbundrohr eingebettet. Das naturbo Heizsystem liefert bei 40 °C Vorlauftemperatur und einer Raumtemperatur von 20 °C eine Heizleistung von ca. 110 W/m2. Klaus-Wolfram Dreisbach ermittelte für jeden Raum die erforderliche Wärmeleistung und damit die Zahl der erforderlichen Heizplatten. Beim Erstellen des Verlegeplans achtete er besonders auf eine gute Beheizung der Ecken und Fensterbereiche, um einem Tauwasserausfall an diesen Stellen vorzubeugen.    

Drei Stockwerke, 22 Heizkreise

Auf die vorhandenen Wände wurde zunächst eine Putzschicht aufgebracht, um eine ebene Oberfläche herzustellen. So liegen die naturbo-Platten beim Verkleben satt auf und verbinden sich vollflächig mit dem Untergrund. Um die historischen Stuckleisten zu erhalten, kam in Absprache mit dem Denkmalschutzamt ein kleiner Kniff zum Einsatz: Die Lehmbauplatten sind am oberen Rand im 45° -Winkel abgeschrägt. Trotz 30 mm-Innendämmung ist damit optisch nahezu kein Unterschied zum Originalzustand erkennbar. 

Die Heizplatten werden untereinander mit Presskupplungen verbunden. Bis zu zehn naturbo-Platten lassen sich zu einem Heizkreis zusammenschließen. In dem dreistöckigen Gebäude wurden insgesamt 22 Heizkreise mit fünf Heizkreisverteilern installiert. Die Wärmeerzeugung übernimmt eine Gasbrennwerttherme. Ergänzend dazu verfügt das Haus über einen historischen, gusseisernen Ofen sowie einen kleinen Holzofen im Erdgeschoss. 

Behaglichkeit bei geringem Energieverbrauch

Vom Endergebnis sind sowohl die Eigentümer wie auch Bauleiter Klaus-Wolfram Dreisbach begeistert: „Die Oberflächentemperatur ist bei ausgeschalteter Heizung tatsächlich um etwa 3 °C höher als vorher. Mit Heizung werden die Räume gleichmäßig warm und es gibt im Gegensatz zu früher keine unbehaglich kalten Wände mehr.“ 

Gut zu wissen: Durch den hohen Anteil an Strahlungswärme bei Wand- und Deckenheizungen genügt eine niedrigere Raumtemperatur als üblich. Für ein angenehmes Wärmegefühl von 21°C beträgt die tatsächliche Lufttemperatur nur 18°C. Das Senken der Raumtemperatur spart spürbar Energie: jedes Grad weniger bis zu sechs Prozent. Das ergibt bei einer um drei Grad reduzierten Raumtemperatur eine Energieeinsparung von bis zu 18 Prozent – ohne jeglichen Komfortverlust.

Hinzu kommt, dass sich der Wärmeverlust des Gebäudes in Hülben durch die Sanierungsmaßnahmen stark reduziert hat – dank Innendämmung, Wandheizung, optimierten Fenstern und Dachisolierung. Der spezifische Energieverbrauch im Originalzustand lag bei 203 kWh/a*m². In der Praxis stellen sich nach der Sanierung Werte von 92 bis 113 kWh/a*m² ein. Das entspricht einer Reduzierung des Energieverbrauchs um rund die Hälfte. Bezüglich thermischer Behaglichkeit und Energieverbrauch lässt sich also definitiv sagen: „Mission erfüllt“. 

 

Baudaten:
Projekt: Sanierung eines denkmalgeschützten Wohnhauses, 72584 Hülben
Innendämmung: naturbo therm – Trockenbauplatten mit Wärmedämmung, Wandheizung und Lehmputz
Fertigstellung: 2020

 

Über naturbo

Seit mehr als 15 Jahren erfüllt das Allgäuer Unternehmen naturbo, mit Sitz in Görisried, das wachsende Bedürfnis nach gesundem Wohnen, indem es die ökologischen Vorteile von Lehm und die einfache, schnelle Verarbeitung von Trockenbausystemen als Plattensystem vereint. Mit einer optional integrierbaren Decken- und Wandheizung bietet naturbo zudem Lösungen für ein ganzjährig angenehmes Raumklima durch Heizen und Kühlen. Als Innendämmung ist das System erhältlich mit einer 60 mm dicken Holzweichfaser-Trägerplatte.

 

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Der Wärmeverlust des Gebäudes in Hülben hat sich durch die Sanierungsmaßnahmen stark reduziert – dank Innendämmung, Wandheizung, optimierten Fenstern und Dachisolierung.

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Das unter Denkmalschutz stehende Wohnhaus mit einer Außendämmung zu versehen, kam für Eigentümer und Denkmalpflegeamt nicht infrage. Stattdessen wurde eine Lösung mit Innendämmung aus naturbo Lehmbauplatten mit integrierter Wandheizung realisiert.

© Verena Dreisbach

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Durch den hohen Anteil an Strahlungswärme bei Wand- und Deckenheizungen genügt eine niedrigere Raumtemperatur als üblich. Für ein angenehmes Wärmegefühl von 21°C beträgt die tatsächliche Lufttemperatur nur 18°C.

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Bis zu zehn naturbo-Platten lassen sich zu einem Heizkreis zusammenschließen. In dem dreistöckigen Gebäude wurden insgesamt 22 Heizkreise mit fünf Heizkreisverteilern installiert. Die Wärmeerzeugung übernimmt eine Gasbrennwerttherme.

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Um die historischen Stuckleisten zu erhalten, kam ein kleiner Kniff zum Einsatz: Die Lehmbauplatten sind am oberen Rand im 45° -Winkel abgeschrägt. Trotz 30 mm-Innendämmung ist damit optisch nahezu kein Unterschied zum Originalzustand erkennbar.