31.05.2025
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für Fachmedien

Aus Backofenexperiment wird Industrieunternehmen

Von der Vision zur marktfähigen Lösung – vom Nischenangebot zur nachhaltigen Produkt-Alternative. Die Impulsgeber bei naturbo haben ihre Idee von Anfang an mit Überzeugung verfolgt. Zu Recht, wie sich heute zeigt. Aktueller Meilenstein: Die Einweihung der neuen Produktionshalle der Lehmputz Trockenbausysteme GmbH & Co. KG am Standort Görisried

(Görisried, 31. Mai 2025) Das hätte sich Florian Schleich sicher nicht träumen lassen, als er 2006 im heimischen Backofen mit Trockenbauplatten und Lehm experimentierte. Der Zimmermann und Baubiologe hatte die Vision, Lehmputz für den Holzbau zu erschließen – einfach montiert und ohne lange Trockenzeiten. Damit legte er den Grundstein für den Erfolg der heutigen Firma naturbo Lehmputz Trockenbausysteme. Als Partner kamen 2008 Andreas Tanner als Marketingfachmann und 2018 Andreas und Michael Weihele dazu – letztere ebenso Zimmermänner wie der mittlerweile verstorbene Gründer der ersten Stunde.

Erfindung mit starker Innovationskraft

Die Entwicklung hatte Potential und war ihrer Zeit deutlich voraus. Mit dem energie-effizienten Lehmputz-Trockenbausystem wurde es möglich, die ökologischen und gesunden Vorteile von Lehm einfach und mit rascher Trocknungsphase ins Haus zu bringen. Durch die Erweiterung des Systems um die Aspekte der Heizung und Kühlung an Wand und Decke einerseits und der Innendämmung andererseits entstand eines der effizientesten und innovativsten Systeme am Markt. Spätestens seit der Energiekrise, in der ökologische und nachhaltige Systeme zunehmend nachgefragt werden, liegt das Unternehmen voll im Trend.

Sichtbares Zeichen für den Erfolg ist die neue Halle mit 3.200 m² Produktionsfläche. Rund 6 Millionen Euro werden in den Neubau, in Maschinen, eine erfolgreiche Vermarktung und in neue, richtungsweisende Produkte investiert. Das Bayerische Wirtschaftsministerium ist von der Innovationskraft überzeugt und fördert das Vorhaben mit 1,25 Millionen Euro.  

Hier nimmt eine weitere Vision der Unternehmer Gestalt an. Durch Automatisierung und effiziente Produktion will naturbo Ökologie bezahlbar machen. Dafür werden sowohl die bestehenden Produkte, als auch die Produktionsprozesse ständig weiterentwickelt. Doch auch abseits der Produktion setzt das Unternehmen auf Automatisierung: ein Beispiel ist derzeit die Entwicklung einer maßgeschneiderten Verlegesoftware. Ziel ist es, den Kundenservice kosteneffizient und gleichzeitig maximal hilfreich zu gestalten.

Nachhaltig aus Überzeugung

In der Fachwelt hat sich naturbo einen Namen im Bereich des nachhaltigen Innenausbaus gemacht. Die bewährte Lösung für gesundes Wohnen ist sowohl für Neubau als auch Sanierung geeignet. Sie besticht auf vielen Ebenen: Die Platten bestehen zu fast 100 % aus rein ökologischen Substanzen (Hauptbestandteile sind Lehm und Holz). Vor allem Heizung und Kühlung sorgen während der Lebensdauer für eine hohe Energieeffizienz. Und am Lebensende können die Platten entweder sehr einfach recycelt oder sogar wiederverwendet werden.

Darüber hinaus ist auch der ökologische Fußabdruck der Produktion ein zentrales Kriterium: von der PV-Anlage auf der neuen Produktionshalle über die vorgesehene Wärmegewinnung durch Pyrolyse-Anlagen bis hin zur Regenwasseraufbereitung für den Produktionsprozess und die Versickerung des überschüssigen Regenwassers. Erste Maßnahmen sind bereits erfolgreich umgesetzt, weitere sind in Planung.

Vision für die Zukunft

Für die Zukunft gibt es bei naturbo eine klare Vision: die Förderung von ökointelligentem Bauen und Sanieren. „Dabei steht ökointelligent nicht nur für ökologisch, sondern in gleichem Maß für ökonomisch. Wir wollen zeigen, dass ökologisches Bauen nicht teuer sein muss. Wir möchten, dass es allen Baufamilien zur Verfügung steht“, betonen die beiden Geschäftsführer Andreas Tanner und Michael Weihele. „Nur so können wir unseren Beitrag zur Klimawende im Bau leisten!“

Die nächsten Innovationen stehen schon in den Startlöchern. Dazu gehören die Fertigung serieller Großformatplatten mit Installationsebene, eine Brandschutzplatte mit Lehm und eine CO2-negative Lehmbauplatte. Die Ideen gehen den Lehmputz-Experten nicht aus. Im Gegenteil: Auch künftig will naturbo mit seinen Produkten Maßstäbe setzen.

© naturbo

naturbo wächst: Auf dem Areal in Görisried wurde die neue Produktionshalle eingeweiht. 

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Mit 3.200 m2 neuer Produktionsfläche und richtungsweisenden Produktentwicklungen geht naturbo in die Zukunft. 

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Rund 6 Millionen Euro werden in den Hallenneubau, in Maschinen, Vermarktung und in neue Produkte investiert. Das Bayerische Wirtschaftsministerium fördert das Vorhaben mit 1,25 Millionen Euro.  

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Spätestens seit der Energiekrise, in der ökologische und nachhaltige Systeme zunehmend nachgefragt werden, liegt naturbo mit seinem Lehmputz-Trockenbausystem voll im Trend. 

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Produktneuheit Nr. 1: Die neue ClayInstall-Platte für den Modul- und Trockenbau kombiniert rückseitig gefräste Installationskanäle mit einer werkseitig aufgebrachten 10 mm starken Lehmputzschicht. So vereint sie Installationsebene, Dämmung und ökologisch wirksame Oberflächenbeschichtung in einem Bauteil.

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Produktneuheit Nr. 2: FireProtect wird eine brandschutzgeprüfte Lehmplatte, die eine 20 mm dicke Steinwollplatte mit einer 10 mm starken Lehmputzschicht kombiniert. Ziel ist ein Feuerwiderstand von F30 bis F 60.

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Produktneuheit Nr. 3: Mit der neuen ClayCarbon-Oberfläche will naturbo eine ökologische Innovation für den Trockenbau auf den Markt bringen. Durch die Kombination von Lehmputz und Pflanzenkohle entzieht die Oberfläche der Atmosphäre CO₂ – bis zu 25 kg pro m².

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Andreas Tanner (links) und Michael Weihele (rechts), Geschäftsführung naturbo

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Florian Schleich, Zimmermann und Baubiologe, legte den Grundstein für den Erfolg der heutigen Firma naturbo Lehmputz Trockenbausysteme. Trockenzeiten.

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Die ersten Entwicklungsversuche zur naturbo Lehmputz-Trockenbauplatte fanden im Backofen der heimischen Küche statt. 

(Bild wurde nachgestellt)